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Großstädte in Deutschland - Duesseldorf

Düsseldorf ist die Hauptstadt und eine der fünf größten Städte des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist Sitz des gleichnamigen Regierungsbezirks und bildet einen eigenen Stadtkreis (kreisfreie Stadt). Düsseldorf liegt südlich des Ruhrgebiets am Rhein und am Flüsschen Düssel, von dem sie auch ihren Namen hat (Geografische Breite 51°13'32" Nord, Länge 06°46'58" Ost).

Wirtschaft

Düsseldorf ist eine äußerst wirtschaftsstarke Stadt im Herzen den Ballungsraumes Rhein-Ruhr. In Sachen Produktivität und Wachstumsprognosen belegt die Stadt deutschlandweit Platz 1.

Bedeutende Faktoren sind neben der zentralen Lage im bevölkerungsreichstem Ballungsraum Deutschlands auch der drittgrößte Flughafen Deutschlands Düsseldorf International sowie die Messe Düsseldorf mit 25 weltweit führenden Messen.

Düsseldorf ist führender Standort in den Branchen Werbung, Telekommunikation sowie Deutschlands "Stadt der Mode". Hier findet sich mit der "Collections Premieren Düsseldorf" (CPD) die größte Modemesse der Welt.

Düsseldorf ist nach Frankfurt die zweitgrößte Banken- und Börsenstadt. Zahlreiche internationale Firmen haben hier ihren Sitz (Metro, Thyssen, E.ON, Henkel), und die größte japanische Kolonie in Europa macht Düsseldorf zum "Nippon am Rhein".

Verkehr

Öffentliche Verkehrsmittel

Düsseldorf gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr an und verfügt über die ICE-Fernbahnhöfe Hauptbahnhof und Flughafen, den Regionalbahnhof Benrath sowie 22 S-Bahn-Stationen. Desweiteren verfügt die Stadt über ein dichtes Netz an Stadtbahnen, Straßenbahnen- und Bus-Linien. Der ÖPNV in der Stadt wird durch die Rheinbahn, die Regiobahn und die Deutsche Bahn betrieben.

Geschichte

Die erste schriftliche Erwähnung von Dusseldorp stammt aus dem Jahr 1135. Unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa wurde die nördlich von Düsseldorf gelegene Ortschaft Kaiserswerth zum gut befestigten Außenposten umgewandelt. Dort wurde von Soldaten das Treiben auf dem Rhein scharf beobachtet. Kaiserswerth wurde 1929 Stadtteil von Düsseldorf.

Am 14. August 1288 wurde Düsseldorf von Graf Adolf V. von Berg zur Stadt erhoben. Vorangegangen war eine blutiger Machtkampf zwischen dem Erzbischof von Köln und den Grafen von Berg, der in der Schlacht von Worringen gipfelte, in der die Streitkräfte des Erzbischofs geschlagen wurden. 1385 wurde Düsseldorf die Residenz der Herzöge von Berg. Nach dem Aussterben des jülich-bergischen Regentenstammes 1609 besetzte der spanische General Ambrosio Spinola als kaiserlicher Kommissar 1614 die Stadt.

Nach der Beilegung jenes Erbfolgestreits kam Düsseldorf mit Jülich-Berg an Pfalz-Neuburg und ward Residenz der Pfalzgrafen und nach deren Aussterben des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. Dieser tat viel für die Stadt, noch mehr der Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz, der Schlösser, Sammlungen, Institute gründete und die Karlsstadt baute.

Seit 1732 befestigt, war die Stadt im Siebenjährigen Krieg 1757 von den Franzosen besetzt und im Juni 1758 vom Herzog Ferdinand von Braunschweig durch Kapitulation eingenommen, jedoch bald wieder verlassen. Im Jahr 1795 wurde sie nach einem heftigen Bombardement durch Kapitulation den Franzosen übergeben und blieb in deren Besitz, bis sie im Frieden von Lunéville 1801 an Bayern zurückgegeben wurde, worauf die Schleifung der Festungswerke erfolgte.

1806 war Düsseldorf Hauptstadt des Großherzogtums Berg und kam mit diesem 1815 an Preußen. Der Aufschwung der Stadt Düsseldorf zu heutiger Größe begann erst im 19. Jahrhundert. Gegen 1880 bestand Düsseldorf aus sechs Stadtteilen: der Altstadt (dem ursprünglichen Düsseldorf), auf der Nordseite der Düssel, mit engen und unregelmäßigen Straßen, der Karlsstadt, an der Südostseite der Altstadt (1767 angelegt), der in einiger Entfernung liegenden Neustadt, die 1690-1716 erbaut wurde, der Friedrichsstadt am Südende, der Königstadt und Pempelfort an der Ostseite.

Freizeit, Lifestyle und Sport

Die Düsseldorfer Altstadt wird wegen der dort befindlichen vielen Kneipen die "längste Theke der Welt" genannt. Bekannt ist auch der Düsseldorfer Karneval, die Radschläger, die Königsallee (Kö) und das obergärige Altbier.

Konkurrenz bekommt die Altstadt vielleicht durch den modernen Medienhafen mit den architektonisch interessanten Gehry-Bauten und dem neuerdings künstlich angelegten Sandstrand (im Sommer).

Bekanntes sportliches Aushängeschild ist immer noch der ehemalige Bundesligaverein Fortuna Düsseldorf. Das Rheinstadion, welches anlässlich der Fußball-WM 1974 erbaut wurde, musste einer neuen Multifunktionsarena weichen.

Noch bekannter als die Fortuna ist aber der Eishockeyverein DEG Metrostars. Als achtfacher Deutscher Meister seit 1967 gehört die DEG auch zu den erfolgreichsten Clubs in Deutschland. Das Eisstadion an der Brehmstraße ist weit über die Grenzen von Düsseldorf hinaus bekannt. Das gilt auch für die Fans, die bis in die 90er Jahre als die Besten der Welt gehandelt wurden.

Nicht zu vergessen ist der Tischtennisverein Borussia Düsseldorf, der zuletzt 2003 Deutscher Meister wurde und neben 20 nationalen Meistertiteln auch 17facher Deutscher Pokalsieger war, 6mal den Europapokal der Landesmeister und 2mal den ETTU-Pokal und 2000 die Champions League im Tischtennis gewann. Hinzu kommt ein 3. Platz bei der ersten Weltmeisterschaft für Vereinsmannschaften. Die Borussia darf daher als erfolgreichster Düsseldorfer Sportverein angesehen werden.

Musik

Düsseldorf war in den 70er Jahren ein Zentrum der elektronischen Popmusik. International bekannt waren und sind vor allem Kraftwerk, aber auch Neu! und La Düsseldorf.

Anfang der Achtziger war Düsseldorf neben Berlin und Hamburg Hochburg der deutschen Punk- und NDW-musik. Die wichtigsten unter ihnen waren Male, Deutsch-Amerikanische Freundschaft, Mittagspause, Fehlfarben, Die Toten Hosen, Der Plan, KFC, Tommi Stumpff und Die Krupps.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Georg Jacobi (Schriftsteller, 2. September 1740, † 1814 in Freiburg im Breisgau)
  • Friedrich Heinrich Jacobi (Schriftsteller, * 25. Januar 1743, † 1819 in München)
  • Karl August Varnhagen von Ense (Schriftsteller)
  • Heinrich Heine (Schriftsteller)
  • Peter von Cornelius (Maler)
  • Peter v. Heß (Maler)
  • Gustaf Gründgens (Schauspieler, * 22. Dezember 1899, + 7. Oktober 1963 in Manila)
  • Hermann Harry Schmitz (Schriftsteller)
  • Wim Wenders (Regisseur)* 14. August 1945
  • Johann Baptist Sonderland (Maler)
  • Marius Müller-Westernhagen(Musiker) * 6. Dezember 1948
  • Benno von Achenbach, Begründer der deutschen Kutschfahrkunst, * 24. Juli 1861

Wilhelm Marx
Geboren 29.12.1851 in Oelinghofen/Siegkreis, verheiratet am 19.5.1885 in Olpe mit Elise Hesse, gestorben 30. 7. 1924 in Düsseldorf an einem Schlaganfall, beerdigt auf dem städtischen Friedhof in Olpe/Westfalen.

Politische Laufbahn:
7.8.1888: Wahl zum Beigeordneten, 20.11.1888: als Beigeordneter eingeführt, 11.11.1899: zum Oberbürgermeister gewählt, 20.4.1899: Titelverleihung als OB. Marx führte mit Hilfe zahlreicher namhafter Industriellen z.B. Lueg, Poensgen, Schieß oder Heye unsere Heimatstadt Düsseldorf während seiner 12-jährigen Amtszeit in die "Moderne". Als weltberühmte Ausstellungsstadt und moderne wachsende Großstadt verdoppelte sich fast die Einwohnerzahl Düsseldorfs und es gibt kaum einen städtischen Lebensbereich, der während dieser Zeit nicht einen bedeutenden Aufschwung genommen hätte. Schon als Beigeordneter und dann als Oberbürgermeister waren beispielhaft folgende Projekte seiner Durchsetzungskraft zu verdanken: 1888 erstes städtisches Hallenbad, 1896 neuer Rheinhafen und anschließend die Rheinufer-Verschiebung, Unterstützung des "Consortiums" zum Oberkasseler Brückenbau und der späteren Rheinbahn, Veränderung des Schulwesens in Düsseldorf, Neue Krankenanstalten, in Deutschland größte Aktion zur Beschäftigung von Arbeitslosen 1908/09, Eingemeindungen 1908 und 1909, Einrichtung des Oberlandesgerichts, glanzvolle Ausstellungen von 1902 und 1904, Initiator zur Gründung des Industrie-Clubs, Bebauung des ehemaligen Kasernengeländes zwischen Königsallee und Kasernenstraße, Stahlhof mit Sitz des neugegründeten Stahlwerksverbandes, Schaffung des "Schreibtisch des Ruhrgebiets", Unterstützung zur Gründung von Apollo-Theater und Düsseldorfer Schauspielhaus, Errichtung städtische Luftschiffhalle, Ehrenbürgerschaft 1910

(Quellen: Aufsatz Prof. Weidenhaupt, "Kl. Stadtgeschichte"/Weidenhaupt, Jan Wellem Monatsschrift für Düsseldorf, Akte im Stadtarchiv Bestand XXI. -2141)

Albert Mooren
Von 1862-1883 war der Professor und Geheime Medizinalrat Albert Mooren Augenarzt an der Städtischen Augenklinik und gilt als Begründer der "modernen Ophthalmologie". In Europa hatte diese Klinik in der Ratinger Straße (heute: Gerichtsgelände) einen hervorragenden Ruf. Mooren führte während seiner Arztlaufbahn über 25.000 Operationen durch und 1898 erhielt er die Ehrenbürgerschaft der Stadt Düsseldorf. 1908 wurde die Straße zwischen Witzel- und Himmelgeister Straße nach ihm benannt, der am 31.12.1899 (Silvester) um 6:00 Uhr morgens in Düsseldorf gestorben ist.

Graf Adolf V. von Berg
Graf Adolf V. von Berg erhob nach der Schlacht bei Worringen (5. Juni 1288) die kleine Ortschaft "Dusseldorp" am 14. August zur Stadt. Ihm wollte die Stadt ein Denkmal setzen, am Südende der Königsallee steht der Bergische Löwe, das Wappentier der Herrscherfamilie von Berg (daher Bergisches Land).

Heinrich (Harry) Heine
Harry Heine wurde am 13. Dezember 1797 als Sohn jüdischer Eltern in einem Hinterhaus in der Bolkerstraße 53 geboren. Kaufmännische Lehrzeiten fanden statt 1815/1816 in Frankfurt am Main und Hamburg. 1819 beginnt Heine das Jurastudiums in Bonn und später das Studium in Göttingen. Wegen eines Duells wird er dort von der Universität verwiesen, das Sommersemester besuchte er 1821 in Berlin.

Heinrich Lueg. Geheimer Kommerzienrat, Industrieller und Düsseldorfer Ehrenbürger (1840-1917).
Heinrich Lueg hatte sich besonders bei Ausstellungen 1880 im Zoogelände oder 1902 am Rhein oder auch bei der Schaffung der festen Rheinbrücke nach Oberkassel 1898 verdient gemacht. Die Rheinische Bahngesellschaft wurde 1895 unter seiner Leitung gegründet. Er gehörte wie andere Industrielle der damaligen Zeit auch, der Stadtverordneten-Versammlung an. An der Grafenberger Allee erinnert heute noch ein Uhrenturm an die 1873 von den Industriellen Ludwig und Franz Haniel und Heinrich Lueg gegründete Maschinenfabrik "Haniel & Lueg", sie war ein Ableger der Oberhausener- und Eifelfabriken und stellte hauptsächlich Eisenbahn-, Bergwerks- und Schiffsgerät her. Mit seinen etwa 2000 Mitarbeitern war diese Fabrik auch mustergültig auf dem Gebiet der Fürsorge für Arbeiter und Beamte; Hauptkonstruktionsteile des Schiffshebewerkes in Henrichenburg wurden hier in Düsseldorf-Grafenberg gefertigt.Später war der Fabrikname "Gutehoffnungshütte" geläufig, der bis 1960 hier Bestand hatte.

Leo Statz
Leo Statz, ein Düsseldorfer Kaufmann, war als Vorsitzender des Düsseldorfer Karnevalsausschusses bei den Düsseldorfern sehr beliebt und als Verfasser einiger Karnevalsschlager z.B. "Duze, duze mich" bei den Nationalsozialisten gar nicht so beliebt, ja sogar verboten und er stand "unter Beobachtung". Das wurde ihm 1943 zum Verhängnis. In einem Gespräch mit Kriegsverletzten sagte er Folgenschweres: "Ihr laßt Euch Eure Knochen zerschießen und wißt nicht wofür." Und einem Beinamputierten sagte er: "Sie sind beinlos -- aber nicht für Deutschland sondern für Adolf Hitler." Ein enger Mitarbeiter seiner Firma denunzierte Statz bei der Gestapo, die daraufhin Ermittlungen einleitete und Statz verhaften ließ. Vor dem "Volksgerichtshof" verurteile dessen Präsident Roland Freisler Leo Statz am 27. September 1943 zum Tode. Die Vorwürfe lauteten "Feindbegünstigung" und "Wehrkraftzersetzung". Viele Freunde von Statz baten daraufhin um Gnade und versuchten ihn vor dem Tod zu retten. Die Düsseldorfer Jonges, Heimatautor Müller-Schlösser versuchte es bei Görings Frau und auch die Mitarbeiter seiner Firma versuchten leider ohne Erfolg, dass das Todesurteil aufgehoben wird. Ohne Rücksicht auf die Gefahr ebenfalls verhaftet zu werden, wurden zahlreiche Gnadengesuche sofort nach Bekanntwerden des Urteils im Namen Tausender von Düsseldorfer Bürgern nach Berlin geschickt, so sehr stieß diese Verurteilung auf Ablehnung! Genau zu Allerheiligen, am 1. November 1943, wurde Leo Statz mit dem Fallbeil in Berlin hingerichtet.

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